Für alle statt für wenige


Interview mit Alfred Stiner

12. Mai 2019

Alfred ist Gemeinderat für die SP Unterentfelden. Lucia Engeli hat ein spannendes Interview mit Alfred führen können.

Du amtierst seit 2017 als Gemeinderat von Unterentfelden. Als Unterentfelder ‚Ureinwohner‘ kennst du das Dorf in- und auswendig. Hat die Arbeit im Gemeinderat deinen Blickwinkel verändert?
Ja, ich wohne wirklich schon seit meinem Geburtsjahr (1962) in Unterentfelden. Bereits vor meiner Wahl in den Gemeinderat war ich in verschiedenen Funktionen in Kommissionen und Vereinen, da mir das Wohl der Gemeinde und ihrer Einwohner/innen stets sehr am Herzen lag. Zuletzt in der Finanzkomission konnte ich auch schon in der Exekutivarbeit Erfahrungen sammeln. Die Zeit als Gemeinderat erlebe ich als spannende und intensive Zeit: Man bekommt eine ordentliche Menge an Lesestoff, und auch nach bald 1 1/2 Jahren muss ich noch zu gewissen Themen die gesetzlichen Bestimmungen oder Reglemente nachschlagen. Mir gefällt es, mit der Bevölkerung im Kontakt zu sein und diese im Gemeinderat zu vertreten. 

Bestimmt hast du dir einiges vorgenommen, bevor du die Arbeit als Gemeinderat antratest. Konntest du schon Dinge in diese Richtung bewegen, oder mahlen die Mühlen langsamer?
Schon im Wahlkampf habe ich mich zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt und zu sozialen Werten in unserer Dorfgemeinschaft bekennt. Als ausgewiesener Finanzfachmann liegt mir ausserdem ein ausgeglichener, zukunftsorientierter Finanzhaushalt sehr am Herzen wie auch die Förderung von Wohnqualität und Standortattraktivität. Die Einführung von Tempo 30 flächendeckend auf dem gesamten Gemeindegebiet freut mich natürlich sehr, im Dezember 2018 durfte ich dieses Geschäft ja auch an der Gemeindeversammlung vertreten und es wurde mit grossem Mehr angenommen. 

Als Sozialdemokrat bekennst du dich zu sozialer Gerechtigkeit. Du setzt dich dafür ein, dass Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen ein würdiges Leben leben können. Gibt es Bereiche, wo Unterentfelden diesbezüglich Schwachstellen hat? und gibt es Bereiche, auf die wir stolz sein können? 
Ich bin der Meinung, dass in Unterentfelden keine richtigen Schwachstellen bestehen, obwohl natürlich trotzdem Verbesserungspotential besteht. Wichtige Angebote sind aus meiner Sicht der Jugendtreff JET, der Jugendlichen eine Möglichkeit bietet, sich in ihrer Freizeit zu begegnen und ihren eigenen Raum mitzugestalten. Für Senioren stehen in der Alterssiedlung Chreesegge grosszügige Alterswohnungen mit zeitgemässem Komfort zur Verfügung, für die jungen Einwohner steht seit vier Jahren die Kindertagesstätte Äntenäscht offen. Für die in Unterentfelden untergebrachten Flüchtlinge wurde durch Einsetzen einer Integrationskommission im Frühling 2017 ein bereits vorher bestehender Deutschunterricht für Fremdsprachige ausgebaut, wo Freiwillige sehr engagiert unterrichten. Auch gibt es den EssPunkt für Asylsuchende: zweimal monatlich treffen sich viele Familien in Unterntfelden und stellen ein gemeinsames Buffet zusammen, hier werden Kontakte geknüpft, Alltagsthemen diskutiert und Fragen beantwortet. Der Natur- und Vogelschutzverein organisiert Einsätze im Naherholungsgebiet an der Suhre, und zweimal pro Monat finden unter dem Namen Treffpunkt Rössli Spiele, Sport und kulturelle Angebote in der Asylunterkunft statt, ebenfalls auf der Basis von Freiwilligenarbeit. Auf all dieses Engagement dürfen wir stolz sein! 

Du hast neben deiner Arbeit im Gemeinderat einen sehr verantwortungsvollen, anstrengenden Job. Welche Bereiche hast du zurückfahren müssen, damit die Gemeinderatssitzungen in deiner Agenda Platz fanden?
Mein Arbeitgeber, der Kanton Aargau, unterstützt die Exekutivtätigkeiten seiner Mitarbeitenden vorbildlich. Ich kann meine Arbeitszeit sehr flexibel gestalten und gleichzeitig habe ich mein Arbeitspensum auf 80 % reduziert. Auch im privaten Bereich gilt es natürlich, Prioritäten zu setzen.

Wenn man sich viel für andere einsetzt, darf man nicht vergessen, auch für sich selber zu schauen. Wie tankst du auf?
Meine Privatsphäre ist mir sehr wichtig. Die Wochenenden, besonders die Sonntage gehören meinem Mann Ralf, meiner Familie und meinen Freunden und Bekannten. Energie tanke ich auch bei Gartenarbeiten, beim Kochen, auf Spaziergängen und bei vielen interessanten Begegnungen mit den unterschiedlichsten mir nahe stehenden Menschen.




SP vor Ort